Eine tolle Kita ist die halbe Miete. Aber was machen, wenn diese Ferien hat? Welchen Plan B gibt es für berufstätige Eltern? 

Wir sind extrem glücklich, eine so tolle Kita gleich bei uns um die Ecke zu haben. Für die Mädchen gehören die Kita und die BetreuerInnen zu ihrem Alltag – sie sind richtig gerne dort. Das gibt meinem Mann und mir die Möglichkeit, unserer geliebten Erwerbsarbeit nachzugehen, ohne ein schlechtes Gewissen gegenüber unseren noch viel mehr geliebten Kindern haben zu müssen. Aaaber …

Wer sich mit einem guten Gefühl auf den Weg von der Kita ins Büro machen kann, hat den Kopf und den Rücken frei für einen produktiven und effizienten Arbeitstag.

Dreiwöchiger Minuspunkt

Wir sind also alle vier bekennende Fans unserer Kita. Nur einen Minuspunkt kann ich nach drei Jahren Betreuung feststellen: die zweite Hälfte der Sommerferien. Dann nämlich schliesst die Institution für drei Wochen Betriebsferien ihre Türen und wir Eltern kommen im Vorfeld regelmässig ins Rudern. Wir sind nicht die einzigen, die unter diesem Problem leiden. Schulkinder haben auch deutlich mehr Ferien als ihre Eltern. Land-Mama Lisa von StadtLandMama hat sich vor dem Sommerferien dazu geäussert. Ihr Text heisst passend «Die Sommerferien-Planung in 100 Akten».

Wir haben bei uns bis jetzt drei Varianten ausprobiert, den Betreuungsnotstand zu überbrücken:

  1. Jahr: Einfach das zweite Kind so geplant, dass der Kita-Urlaub in den Mutterschaftsurlaub fällt. Pluspunkt: Keine externe Hilfe nötig. Minuspunkt: Mutti mit Neugeborenem und 15 Monate altem Wirbelwind allein daheim. Ziemliche Überforderung.
  2. Jahr: Sommerferien auf die 2. Julihälfte und die erste Augustwoche gelegt. Pluspunkt: Kein Jonglieren mit Betreuungs-Halb- und -Vierteltagen. Minuspunkt: Die Unterkunft in unserem bevorzugten Ferienort kostet dann einfach mal das Doppelte und die Wespenplage erreicht ebenfalls ihren Höhepunkt.
  3. Jahr: In der neuen Team-Konstellation bei mir im Büro waren ausgiebige Ferien in der genannten Zeit nicht möglich. Da haben mein Göttergatte und ich notgedrungen das Modell «Rudern und Jonglieren» gewählt. Das sieht dann so aus:

Das rollende Homeoffice

Homeoffice

  • Montag: Teilen Göttergatte und ich uns wie gewohnt auf.
  • Dienstag: Morgens Göttergatte. Nachmittags packe ich die Mädels und den grossen Rucksack und reise mit dem Zug quer durchs Land. Das ist mein freier Nachmittag.
  • Mittwoch: Homeoffice-Tag. Einfach im «Home» meiner Eltern – die in der Zeit die Mädels draussen im Garten bespassen. Mit ihnen Schnecken sammeln und Rehkitze am Waldrand beobachten.
  • Donnerstag: Mache ich am Vormittag für einmal ausserordentlich Homeoffice. Das Büro bewegt sich mit etwa 180 km/h und bringt mich arbeitend von meinen Eltern zurück ins Büro. Zeitverlust: keiner.
  • Freitag: Ein normaler Arbeitstag an dessen Ende ich am Bahnhof die lieben Kinderlein wieder in Empfang nehmen kann. Ganz fluffig nach der langen Zugfahrt mit den Grosseltern.

Erfolgsfaktoren

  • Grosseltern, die sich die Betreuung der Mädels und die lange Zugreise mit ihnen zutrauen.
  • Eine Vorgesetzte, der es egal ist WO ich arbeite, so lange ich meine Arbeit richtig mache.
  • Ein Handyabo mit viel Datenvolumen inklusive.
  • Ein Zugticket der 1. Klasse für ungestörtes Arbeiten.
  • Akku!! Ganz viel.

Ich bin so froh, habe ich einen Beruf, der Homeoffice zulässt. Weil das meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit ist, Familie und Beruf auch in Das-war-so-aber-nicht-geplant-Situationen unter einen Hut zu kriegen.