Ich gebe es zu: Schon beim Vorstellungsgespräch für meinen aktuellen Job hatte ich den Wunsch, möglichst bald schwanger zu werden und dann mein Pensum zu reduzieren. Mit meinen damals 29 Jahren war ich für die künftigen Chefs mehr als verdächtig. Aber ich meisterte die Wo-sehen-Sie-sich-in-fünf-Jahren?-Hürde erfolgreich und wurde eingestellt. Und nach der Probezeit schwanger.

Als ich das meinem Vorgesetzten mitteilte, sagte ich gleich im zweiten Satz: «Aber keine Angst, ich komme zurück und werde 80 Prozent arbeiten.»

Teilzeit

Dass man ein Teilzeitpensum erst beantragen muss, war mir zu keinem Zeitpunkt klar. Ich dachte mir: «Wer 80 Prozent arbeitet, erledigt ja ohnehin einen 100-Prozent-Job für vier Fünftel des Geldes.»

«Wer 80 Prozent arbeitet, erledigt ja ohnehin einen 100-Prozent-Job für vier Fünftel des Geldes.»

Bei einem Jobprofil, das physische Anwesenheit nicht ständig voraussetzt – wer sollte da etwas dagegen haben? Ich hatte Glück und der Antrag wurde bewilligt. Nun mache ich den gleichen Job wie vorher für weniger Geld und in weniger Stunden und habe dafür mehr Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringen kann.

Ich finde: Diese Rechnung geht für beide Seiten auf.