Wie soll ich das mit der Vereinbarkeit bloss schaffen, wenn unsere Mädchen mal keinen Mittagsschlaf mehr machen? Mein Schlafmanko ausgleichen, Büroaufgaben beenden oder wichtige Telefonate führen – ohne meinen zweistündigen Puffer? Alternativen sind gefragt.

«Die Mittagspause ist mir heilig», schrieb Sarah von Mamaskind kürzlich in einem Blogbeitrag. Sie spricht mir total aus dem Herzen. Fragt unseren Nachbarn: Der hatte sich einmal erlaubt, um 13 Uhr mit Nachdruck zu klingeln, weil er von uns gratis die Tageszeitung («Ihr lest die bestimmt immer gleich morgens») abstauben wollte. Erwartet hatte er die nette junge Dame von nebenan. Angetroffen hat er eine aus dem Schlaf gerissene und entsprechend übellaunige Furie. «Sie können doch nicht einfach Sturm klingeln um diese Zeit. WIR HABEN KLEINE KINDER!»

Ein Hoch auf die Siesta

Denn wenn ich jemandem per SMS schreibe «Wir machen bis 14 Uhr Mittagsschlaf», sind damit bei weitem nicht nur die Kinder gemeint. Wenn unsere Nacht nicht optimal verlief, wenn ein Familienmitglied krank ist oder meine Batterien einfach gegen Null tendieren, dann nutze ich den Mittagsschlaf der Kinder nur zu gern dafür, selbst ein wenig zu schlafen.

Hausaufgaben

Sarah beschreibt in ihrem Text den Mittagsschlaf als «Verschnaufpause in der Mitte des Tages für uns Eltern.» Für mich ist es aber noch viel mehr. An den beiden Tagen, an denen ich nur vormittags arbeite und nachmittags die Kinder betreue, nutze ich den Mittagsschlaf der Kinder sehr häufig auch als notwendigen Puffer. Ich kann Texte schreiben, wichtige Anfragen beantworten oder eine dringende Recherche in meiner Mailbox machen. Ohne dass die Kinder darunter leiden, dass die Mutter mal wieder Arbeit mit nach Hause genommen hat.

Inzwischen hängt bei uns über der Klingel häufig ein Zettel mit der Aufschrift: «Bitte nicht klingeln.» Das funktioniert recht gut. Auch unser Festnetztelefon ist so leise eingestellt, dass es niemanden mehr weckt, wenn uns jemand eine bessere Versicherung oder anderes Nützliches andrehen will.

Noch haben wir das Glück, dass die Kinder zwei (manchmal sogar drei) Stunden über Mittag schlafen. Im Sommer kommt die Grosse in den Kindergarten und ich befürchte, das war es dann mit der Siesta. Bis dahin muss dringend eine Alternative her, die die Kinder im Idealfall 90 Minuten beschäftigt.

Langzeitbasteln und Mitsing-CDs

basteln

Wir üben bereits fleissig mit Hörbüchern und Mitsing-CDs. Auch das von mir anvisierte Langzeitbasteln klappt immer besser. (Dafür eigenen sich in unserer Altersgruppe zum Beispiel  Stickerbögen, weisse Papierkarten in Postkartengrösse und Filzstifte sehr gut.)

Der Fernseher wird die Mittagspause der Kinder mit Sicherheit nicht bestreiten. Ich schlafe einfach zu gut zu alten How-I-Met-Your-Mother-Folgen und kann das Gerät zwischen 12 und 14 Uhr nicht entbehren.