Ich liebe Feiertage. Geschenkte Zeit mit den Liebsten, die Möglichkeit für ausgiebige Besuche bei Freunden und einfach einmal aus dem normalen Wochentrott ausbrechen. Feiertage haben aber auch eine Kehrseite: der Tag vor dem Feiertag.

Denn unsere Kita schliesst vor  Feiertagen bereits um 12 Uhr.

Auch nach bald vier Jahren als Kita-Kundin habe ich diese Regel noch nicht verinnerlicht. So spielt sich bei mir regelmässig vor Ostern die sogenannte Torschlusspanik ab: Mit einer Vorlaufzeit von wenigen Tagen realisiere ich, dass am Gründonnerstag mein Arbeitstag bis 16 Uhr dauert, die Betreuung der Kinder jedoch vier Stunden davor endet.

Torschlusspanik: «Huch! Am Donnerstag schliesst die Kita um 12.»

Da ich die Möglichkeit habe, Homeoffice zu machen und auch mein Mann seine Arbeitszeiten recht flexibel gestalten kann, lässt uns dieser fehlende Betreuungshalbtag jeweils nur kurzfristig rotieren. Mit unseren örtlich flexiblen Bürojobs sind wir da echt im Vorteil.

Notlösung bei der Betreuung

Für meine Freundin, die keine 9-to-5-Arbeitszeiten hat und auch an Sonn- und Feiertagen beruflich im Einsatz ist, bedeuten Feiertage keine zusätzliche Quality Time, sondern zusätzliches Organisieren. «Das Frustrierende für mich ist nicht nur, dass sich alle in meinem Umfeld auf die bevorstehenden Feiertage freuen, fragen, ob wir was zusammen machen.» Während bei den anderen happy Family ansteht, muss ihre Familie bei der Betreuung auf Notlösungen zurückgreifen, weil der Vater gerade an Feiertagen oft Auslandeinsätze hat.

Der richtige Job für die Vereinbarkeit

In solchen Zeiten wird mir wieder bewusst, wie richtig die Entscheidung war, mir vor dem Start der aktiven Familienplanung eine Arbeitsstelle zu suchen, bei der es keine Sonntagsdienste gibt. Und bei der in den meisten Fällen meine Feierebandplanung nicht durch etwas Unvorhergesehenes über den Haufen geworfen wird.

Jetzt muss ich nur noch lernen, die Nachmittag vor Feiertagen frühzeitig in der Agenda zu blockieren. Wir arbeiten daran.