Wir hatten das perfekte Modell zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dann gab es ein paar Veränderungen und nun muss ein neuer Wochenplan her.

Der Alltag mit kleinen Kindern und anspruchsvollem Job ist am angenehmsten, wenn er durch Routine bestimmt wird. Andere Phasen gibt es projekt- und krankheitsbedingt genügend. Eine normale Woche ist mir immer lieber als eine mit zusätzlichem Organisationsaufwand. Wir hatten es: das absolut beste Modell. Vier Jahre lang hat das super funktioniert. Doch jetzt wird bei uns alles umgekrempelt.

Zurück zur Vollzeit

Anfang Sommer habe ich mein Arbeitspensum wieder auf 100 Prozent erhöht. Einen Vollzeitjob in 80 Prozent zu bestreiten, ging für mich einfach nicht mehr auf. Meine freien Nachmittage mit den Kindern waren je länger je mehr durch Anrufe und Mails geprägt. Zu oft war ich mit meinen Sachen nicht fertig, wenn ich um halb 12 auf den Zug stresste. Je länger je mehr verbrachten die Mädchen und ich die Nachmittage zu Hause, damit ich jederzeit meinen Laptop aufklappen und mich in die virtuelle Büroumgebung einloggen konnte. Irgendwann stellte ich frustriert fest, dass die Ausnahme längst zur Normalität geworden war und beschloss, meinem Arbeitgeber die 20 Prozent Lohn nicht mehr länger zu schenken. Da mein Mann flexibler ist, was seine Arbeitszeiten anbelangt, verlegte er seine Arbeit teilweise in die Abendstunden und übernahm meine beiden Kinder-Nachmittage.

Alltag mit Kindergartenkind

Wir hatten uns gerade an das neue Leben gewöhnt, da hatte unsere Grosse den ersten Kindergartentag. Sie ist nun jeden Vormittag und an einem Nachmittag pro Woche im Kindergarten. Nach einer Woche mit Kindergartenkind stellten wir erschreckt fest: Das arme Kind ist unter der Woche nur noch an einen Halbtag zu Hause. Denn an drei Tagen sind unsere Mädchen nach wie vor in der Kita betreut.

Noch am Freitagabend setzten wir uns hin und suchten nach einer neuen Betreuungslösung. Eine, die wieder allen Familienmitgliedern gerecht wird. Damit unsere Grosse mehr Zeit mit ihren Eltern hat, soll die Kleine (bald Mittlere) künftig jeden Vormittag in die Kita. Dafür sind sie nur noch einen Tag in der Woche den ganzen Tag dort. Zudem möchte ich in Zukunft meine 20 Prozent im Homeoffice nicht mehr an einem Tag arbeiten, sondern auf zwei Nachmittage verteilen. Dadurch kann ich zweimal die Kinder im Kindergarten und in der Kita abholen und mit ihnen zu Mittag essen, bis mein Mann ebenfalls aus dem Büro kommt und mit ihnen das Nachmittagsprogramm gestaltet.

So auf dem Papier scheint das ein super Plan zu sein. Jetzt muss nur noch die Kita für die neuen Betreuungszeiten Kapazität haben. Und die neue Verteilung meiner Homeoffice-Zeit im Büro bewilligt werden.

Ob sich unser neuer Wochenplan dann ebenfalls wieder wir das absolut beste Modell anfühlt, muss die Zukunft zeigen.