Lisa ist seit vier Monaten Mutter. Sie wusste schon vor der Geburt: «Nach einem fünfmonatigen Mutterschaftsurlaub gehe ich in Teilzeit zurück in meinen Job.» Nun ist es soweit. Ihr Mann hat sein Arbeitspensum von 100 auf 80 Prozent reduziert, zusätzlich geht der Kleine einen Tag pro Woche in die Kita. Um gut vorbereitet zu sein, haben Lisa und ihr Mann noch in der Schwangerschaft potenzielle Kindertagesstätten besucht, haben sich durch Leitbilder gelesen und sich Gedanken über das richtige Umfeld für ihren Sohn gemacht. Gross war die Freude, als der Bescheid kam, dass es in ihrer Wunsch-Kita tatsächlich einen Platz haben werde. Schritt eins war also erledigt.

Die richtige Einstellung

Schritt zwei brauchte etwas mehr Zeit. Und die richtige Einstellung. «Mir war es schon bald nach der Geburt wichtig, dass unser Baby stundenweise auch mal von anderen Personen als nur von mir und seinem Vater betreut wird», erzählt Lisa. Das zahle sich nun aus: «Der Kleine nimmt von beiden Betreuerinnen seiner Gruppe den Schoppen – ohne Problem.» Er reagiere gut auf die erst noch fremden Personen und mache einen zufriedenen Eindruck. Das wäre also auch aufgegleist.

Die Kita-Eingewöhnung läuft nun schon seit einigen Tagen. Es läuft sehr gut. Und da nun alle organisatorischen Dinge wie «Was muss ich meinem Kleinen an Material mitgeben?» oder «Wie lange brauche ich eigentlich vom Aufstehen bis zur Übergabe des Babys in der Kita?» geklärt sind, setzt sich bei der Mutter ein weiterer Prozess in Gang. Denn passend zur Kita-Eingewöhnung und damit zum spürbaren Näherrücken des Wiedereinstiegs in den Beruf, will der Junge auf einmal nicht mehr durchschlafen. Gar nicht praktisch. Schliesslich wissen wir alle: Mit Schlafmangel wird man nicht gerade intelligenter und die Arbeitstage können so fast unerträglich lang werden. Darum ist Lisas grösste Angst im Augenblick die, wie sie die Rückkehr in den Job mit möglicherweise schlechten und viel zu kurzen Nächten überstehen soll.

«Werde ich das schaffen?»

Diese Frage stellen sich alle Eltern. Oft wiederkehrend. «Kann ich das schaffen?», fragte ich mich beim ersten Kind. Ich fragte es mich beim zweiten Kind und nun bei dritten steht die Frage erneut im Raum. Aus Erfahrung kann ich Lisa (und mir selbst) sagen: Irgendwie geht es immer. Manchmal mit Abstrichen in bestimmten Bereichen.

Vor- und Nachschlafen

Ich erinnere mich zum Beispiel gut an jenen Tag, als mir unser Fotograf Testbilder für eine unserer Publikationen ins Büro mailte. Mangels Alternativen hatte ich mich selbst als Testmodell zur Verfügung gestellt. Als ich nun das Resultat in druckfähiger Auflösung vor mir auf dem Bildschirm hatte, bin ich regelrecht erschrocken. Es war zwar nicht die ungeschminkte Wahrheit. Aber die beiden düsteren Schatten unter meinen Augen kamen dieser doch schon sehr nah. Mein erster Reflex: «Ich muss mehr schlafen.» Und das tat ich dann auch. Mit einem ganz einfachen Trick: Ich sorgte dafür, dass ich eine Woche lang keine Abendveranstaltungen hatte, achtete darauf, keine Das-mache-ich-heute-Abend-zuhause-Aufgaben aus dem Büro mitzunehmen und ging fünf Abende hintereinander kurz nach den Kindern ins Bett. Es war wunderbar.

Ein weiterer Notnagel, wenn die Nächte nicht so sind, wie sie für die persönliche Energiebilanz sein sollten: Am Wochenende nicht durchgehend als Kleinfamilie Programm machen, sondern sich aufteilen: Je einen Halbtag hat einer Zeit zum Nachschlafen während der Partner etwas mit den Kindern unternimmt. Wirkt Wunder.

Lisa, ihr werdet das auf jeden Fall packen!