Gute Organisation ist die halbe Miete. Wirklich entscheidend für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist jedoch das Vertrauen. 

Nach einem anregenden Gespräch zum Thema Vereinbarkeit sass ich neulich an der Bushaltestelle und überlegte mir: «Was ist eigentlich die Grundvoraussetzung für Vereinbarkeit? Gibt es sowas?»

«Was ist eigentlich die Grundvoraussetzung für Vereinbarkeit?»

In meiner persönlichen Situation zählen zu den matchentscheidenden Komponenten:

  • der richtige Partner
  • eine gute Grundorganisation
  • kurze Wege
  • Leidenschaft für Beruf und Familie

Und dann kommen wir zu dem Faktor, der alle überwiegt: das Vertrauen. Vertraue ich meinem Partner, dass er seine Rolle als vollwertiges Elternteil wahrnehmen kann? Vertraue ich meinem Lebensentwurf und bin von tiefstem Herzen davon überzeugt, dass unser Setting für uns als Familie richtig ist? Und: Hab ich das Vertrauen meines Arbeitgebers, meines Vorgesetzten und meiner Kollegen, dass ich mit beiden Beinen im Berufsleben stehe und mit vollem Engagement für meine Aufgaben und Projekte da bin?

Energiefresser

Fehlt in einem der Punkte das Vertrauen, wird das mit der Vereinbarkeit zum Spiessrutenlauf. Wenn ich der Meinung bin, ich müsse meinem Mann jede Woche aufs Neue erklären, wer was wann essen/trinken/anziehen soll, kostet mich das nur unnötig Ressourcen. Wenn ich mich ständig hintersinne, ob es für meine Mädchen nicht doch vielleicht schädlich sein könnte, dass sie nicht 24/7 um ihre Mutter sind, frisst das bloss Energie. Und wenn ich eine Vorgesetzte habe, die mir das Leben extra schwer machen will, dann kann ich nur verlieren.

Einen Grossteil der Vertrauensfragen können und müssen wir Mütter (und Väter) mit uns ganz alleine ausmachen. Doch es gibt im immer grösser werdenden Mobile des Familien-Arbeits-Gefüges auch andere Personen. Die uns ihr Vertrauen schenken müssen.

Und wenn sie es nicht tun, dann sollte man sich ernsthaft überlegen, ob dieser Part am Mobile noch der richtige ist.