Die neusten Zahlen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung sind da. Und belegen eine erfreuliche Entwicklung: Teilzeitarbeit bei den Vätern nimmt zu.

«Dieser Anstieg ist insbesondere bei Vätern mit Kindern unter 4 Jahren markant», heisst es in der Medienmitteilung des Bundesamts für Statistik (BFS). In diesem Segment stieg der Anteil um 5,3 Prozentpunkte auf 14,1% an. Oder anders gesagt: Jeder 7. Mann mit Nachwuchs im Kleinkindalter arbeitet mit reduziertem Pensum. Bei Männern mit 4- bis 12-jährigen Kindern um 3,0 Prozentpunkte auf 10,1%; bei Vätern von 13- bis 17-jährigen Kindern ebenfalls um 3,0 Prozentpunkte auf 9,7%.

Wenn die Väter ihr Pensum reduzieren, ermöglichen sie im besten Fall ihren Partnerinnen, auch nach der Geburt des Kindes einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Pensenreduktion für bessere Vereinbarkeit

Warum reduzieren Eltern ihr Arbeitspensum? In erster Linie geht es um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. «62,2% der erwerbstätigen Mütter und 14,9% der erwerbstätigen Väter mit Kind(ern) unter 15 Jahren im Haushalt sagen, dass sie wegen den Kinderbetreuungsaufgaben ihr Arbeitsvolumen reduziert haben», schreibt das BFS. «23,8% der Väter und 30,7% der Mütter haben ihre Arbeitszeiten geändert.» Während also jede dritte Mutter ihre Arbeitszeiten anpasst, sind es bei den Vätern etwas weniger: nur jeder vierte.

Familienmodell optimieren: Frauen wechseln die Stelle

Spannend ist auch der Aspekt, wie viele Mütter und Väter ihre Arbeitsstelle gewechselt haben, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich zu machen. Hier gehen die Zahlen bei den Geschlechtern deutlich auseinander: 32,7% der Mütter und nur 17,7% der Väter.

Rein theoretisch könnte es sein, dass die Männer bereits vor dem Vater-Werden einen Job hatten, der eine realistische Vereinbarkeit zulässt. Oder aber – und das halte ich für die weit wahrscheinlichere Variante – es ist noch immer mehrheitlich an den Frauen, sich für die Vereinbarkeit einzusetzen. Vielleicht sogar, sich dafür zu verbiegen.

Wenn wir ehrlich sind, ist das Thema «Vereinbarkeit von Familie und Beruf» auch im Jahr 2019 noch stark in der Frauenecke angesiedelt. Der Begriff taucht in Unternehmen immer dann auf, wenn sie etwas für ihre Frauenquote machen wollen. Ich bin der Meinung: Wer mehr Frauen in qualifizierten Positionen will, sollte in erster Linie die Teilzeitarbeit bei den Männern fördern.

Wer mehr Frauen in qualifizierten Positionen will, sollte in erster Linie die Teilzeitarbeit bei den Männern fördern.